Fuji XF 10-24 Dresden

Wer meine Seite und meine Fotos verfolgt, der hat sicher schon lange gemerkt, dass ich sehr viel und gerne auf Reisen Fotografiere. Mit der X100F habe ich eigentlich immer eine Kamera dabei, die mir mit der Brennweite von 23MM oftmals zu eng abbildet. Mit dem Fuji XF 10-24 F4 unternehme ich jetzt den Versuch, ob ich mit einem Ultra-Weitwinkel zurecht komme und ob sich das zusätzliche Gewicht in der Tasche in der Praxis rentiert. Konkrete Vergleiche möchte ich zudem zwischen dem XF 10-24, dem XF 16 F1.4 und dem XF 18 F2 ziehen.

Wie schon beschrieben nutze ich auf Reisen vorrangig meine Fuji X100F, da die kompakte Bauform einfach perfekt geeignet ist um jeden Tag in meiner Tasche mitzureisen. Oftmals überkommt mich aber unterwegs der Wunsch, mit deutlich mehr Weitwinkel zu fotografieren. Die 23MM (35MM Kleinbild-Äquivalent) sind da meisten wenig geeignet.

Fuji XF 10-24 Dresden

Stärken und Schwächen des Fuji XF 10-24 F4

Es fällt schon nach wenigen Tagen mit dem XF 10-24 F4 leicht, die Stärken und Schwächen dieser Optik aufzuführen. Daraus sollte schnell ersichtlich sein, dass die positiven Punkte auf jeden Fall überwiegen.

(Positiv) Abbildungsqualität und Verzeichnungen
(Positiv) Flexibilität (10-24mm)
(Positiv) Sehr gute Verarbeitungsqualität
(Positiv) Sehr schneller und leiser Autofokus
(Positiv) Farbrendering und Umgang mit Flares

(Neutral) Lichtstärke (ausgeglichen durch OIS)
(Neutral) Gewicht und Abmessungen

(Negativ) Keine Wetterbeständigkeit
(Negativ) Keine Beschriftung des Blendenrings

Fuji XF 10-24 Hamburg

Vergleich mit XF 16 F1.4 und XF 18 F2

Da wir schon ein Fuji XF 16 1.4 und ein Fuji XF 18 F2 zu Hause haben, existieren schon konkrete Alternativen. Auch hier ist der Weitwinkel aber noch im Normalbereich und zudem haben beide Objektive ihre Eigenheiten und Einschränkungen: Das XF 16 1.4 ist sehr schwer und spielt seine Vorteile aufgrund der geringen Naheinstellgrenze und der Offenblende von F1.4 eher in Innenräumen aus. Das XF 18 F2 ist schon etwas betagt und hat daher bei schlechten Lichtverhältnissen deutliche Probleme mit dem Autofokus und tut sich dann sehr schwer. Weiterhin ist die Abbildungsleistung eher überschaubar. Was definitiv für das XF 18 F2 spricht ist die Kompaktheit und das Gewicht.

Welches Objektiv ist das richtige Weitwinkel für mich?

Kompakt: Wenn es um die Kompaktheit geht, dann besteht eigentlich nur die Wahl zwischen dem XF 18 F2 und dem neuen XF 16 2.8. Beide Objektive sind sehr kompakt aufgebaut und haben ein äußerst geringeres Gewicht. Da das neue XF 16 2.8 sogar WR ausgerüstet ist und damit Wetter und Staub trotzdem kann, wird es wohl in Zukunft keinen Grund mehr geben, das ältere XF 18 F2 mit dem schwachen Autofokus zu bevorzugen.

Vielseitig: Allein durch Zoom und OSS ist das XF 10-24 F4 ein echter Kracher, wenn man verschiedene Anwendungsbereiche damit abdecken möchte. Durch die Brennweite von 10-24 (15-35mm@KB) kann auch bei Landschaftsaufnahmen eine gute Auswahl über den Blickwinkel realisiert werden. Auch wenn eine maximale Blendenöffnung von F4 im ersten Moment abschreckt, bringt der OIS eine Erhebliche Verlängerung der Belichtungszeit, um den ISO-Wert möglichst weit unten zu halten.

Optimale Bildqualität: Bei der Bildqualität muss ich aus meiner Erfahrung sagen, dass das XF 16 F1.4 am besten abschneidet. Die Verzerrungen sind nicht wahrnehmbar und mit F1.4 kann auch bei schwierigsten Bedingungen gearbeitet werden. Ebenfalls ist dadurch natürlich die Möglichkeit der Freistellung gut gegeben. Eine Naheinstellgrenze von wenigen Zentimetern unterstützt dieses Thema zudem. Im Beitrag über die Industriefotografie gab es schon einige Bilder zum XF 16 F1.4.

Günstig: Wenn es günstig sein soll, fallen XF 16 F1.4 und XF 10-24 F4 definitiv raus. Beide liegen OVP irgendwo zwischen 899 und 999€. Das XF18 F2 ist mittlerweile um 400€ zu bekommen und das neue XF 16 2.8 sogar unter 400€. Falls es also um eine reine Ergänzung geht, sollte die Entscheidung hier nicht schwierig zu treffen sein.

Kompromisslos: Wenn Gewicht und Preis keine relevante Rolle spielen, kann auch das XF 8-16 F2.8 eine gute Wahl sein. Das Objektiv schneidet in den ersten Tests sehr gut ab und bekommt gutes Feedback von den Kunden. Für mich kommt das Objektiv aufgrund der Abmessungen nicht in Frage aber wer sich weiter damit befassen möchte, findet im Artikel von Andreas Kreutzner einen sehr guten Vergleich zwischen dem XF 10-24 F4 und dem XF 8-16 F2.8.

Zusammenfassung und Fazit zum XF 10-24 F4

Mit haben die ersten zehn Tage mit dem Fuji XF 10-24 F4 an meiner X-T2 sehr viel Spaß gemacht. Das Objektiv ist unheimlich vielseitig und die Bilder sind auch bei dieser extremen Brennweite von sehr guter Qualität. Der Unterschied von 6mm Brennweite zum XF 16 F1.4 ist in der Praxis riesig. Ich kann enorme Bildwinkel erreichen und damit gerade bei Street und Architektur völlig neue Aufnahmen generieren. Durch die Möglichkeit, bis 24mm rauszugehen, bekomme ich aber auch mal einen engeren Blickwinkel zustande, wenn es denn notwendig ist.

Die auf den ersten Blick schwache maximale Öffnung von F4 ist in der Praxis ungewohnt, wenn man sonst mit Festbrennweiten mit F1.2 oder F1.4 arbeitet. Durch den OIS im Objekt kann man aber getrost in der ISO-Automatik mit der Belichtungszeit ein paar Stufen rauf gehen und dann auch hohe ISO-Werte vermeiden. Ich hatte dieses Thema schon am zweiten Tag nicht mehr negativ empfunden.

Faktisch werde ich das XF 10-24 wohl behalten und neben dem XF 35 F1.4 auf Reisen mitnehmen. Spätestens in einem halben Jahr wird es dann an dieser Stelle noch ein Update geben.

Galerie mit allen Fotos zum Fuji XF 10-24 F4