Irgendwie schleicht sich bei mir in Bezug auf die Fotografie – im speziellen im Bereich Streetphotography – immer wieder der gleiche Fehler ein, der mich total nervt. Ein geniales Video von Sean Tucker und ein bisschen Recherche zum britischen Fotografen Joshua K. Jackson hat mich diesmal auf dieses Thema gestoßen und daher nehme ich es zum Anlass, etwas zu meinem Problem zu schreiben.

Es gibt grundsätzlich zwei konträre Motivationen in meinem Kopf, die in einem krassen Widerspruch zueinander stehen. Zum Einen möchte ich möglichst  scharfe, gut belichtete und ordentlich arrangierte Fotos schießen. Die Technik bietet einem heute alle Möglichkeiten dazu, wenn man sie denn nutzen kann. Im Gegensatz dazu steht meine eigentliche Lieblingsdisziplin beim Fotografieren: Das Ablichten von alltäglichen Szenen um mich herum. Kurzum: Streetphotography.

Perfektionismus als Hindernis

Bei alltäglichen Szenen ist selten etwas perfekt. Genau das macht ja auch den Reiz aus. Es geht um Momente und Geschichten, die man so in den meisten Fällen nie wieder abbilden kann. Der Moment ist zudem weitaus wichtiger als die perfekte Belichtung oder ein 100% scharfes Bild. Sehr oft verpasse ich durch das Justieren und Probieren den perfekten Moment und ärgere mich am Ende doch. Mein Perfektionismus in Bezug auf die technische Komponente der Aufnahme steht mit im Weg!

Joshua K. Jackson – ein unglaublich talentierter Fotograf aus London, hat sich selbst auch lange mit dem Thema Streetphotography auseinandergesetzt und dazu auch eine spannende Liste erarbeitet, welche Fehler die meisten Fotografen bei Ihren Ausflügen durch die eigene Umgebung oder fremde Städte machen.  Ein paar Aussagen möchte ich dabei im Speziellen aufgreifen.

Chimping zerstört den guten Flow

CHECKING THE LCD CONSTANTLY:  ‘Chimping’ is the act of looking at every photo on the camera display immediately after capture. This bad habit interrupts your flow and will result in you missing opportunities around you. It’s also kills battery life. Solution: turn off the LCD review. Look at your photos after you’ve left the scene or at the end of the day. (Link)

Dieses Verhalten nervt mich selbst, dennoch bekomme ich es kaum abgestellt. Ich schaue meine Fotos immer direkt nach den Aufnahmen durch. Die Lösung von Joshua ist wirklich gut. Der LCD bleibt bei den nächsten Ausflügen einfach mal aus und dann wird zu Hause geschaut, was gelungen ist.

Ich mache zu wenig Fotos

NOT TAKING ENOUGH PHOTOS: It’s not realistic to expect each and every photo to be a masterpiece. The truth is: you have to shoot a lot of sh*t to capture the best. And if you’re not taking enough photos, chances are, you’ll struggle to get to good ones. Solution: work every scene by taking lots of photos. It’s better to have too many images than not enough. (Link)

Mein Fehler. Schon immer. Ich hasse die Funktion der Serienbilder, obwohl ich eigentlich weiß, dass es sinnvoll wäre. Gerade weil man mit meiner Fuji X100F und dem Leaf-Shutter fast lautlos fotografieren. Perfekt für Streetphotography! Viel zu oft stelle ich bei der Sichtung fest, dass die beiden Schnappschüsse doch nicht „in focus“ sind. Unnötig. Mut zur Bilderserie. Hab ich mir jetzt wirklich gemerkt.

Die Ausrüstung lenkt vom Ziel ab

CARRYING TOO MUCH GEAR: It’s tempting to carry lots of equipment to cover every scenario. However, lots of gear will weigh you down throughout the day, and lots of lens choices will create a technical distraction. Solution: travel light with one one camera and one lens. If it worked for the masters, it can work for you! (Link)

Es fühlt sich schon gut an, dass ich wenigstens diesen Teil schon seit einer ganzen Weile beherzige. Durch die X100F habe ich meist nur eine Kamera dabei, mit der ich alles umsetzen kann. Zudem liebe ich die zurückhaltende Optik, die niemanden verschreckt.

Mangelnde Aufmerksamkeit

NOT ACTIVELY OBSERVING: When photographing the streets you have to consciously move into a heightened state of awareness. Trouble is, many people fail to get in ‘the zone’ and end up photographing what’s obvious, but not necessarily interesting. Solution: limit distractions by putting your phone on silent and shooting alone. Photographing with friends can be fun, but this will interfere with your ability to take in the world around you. (Link)

Irgendwie das generelle Thema. Man wird viel zu viel abgelenkt und hat kaum Zeit, zu beobachten, was tatsächlich um einen herum passiert. Das Handy bleibt schon überwiegend in der Tasche aber die Apple Watch wird beim nächsten Ausflug definitiv daheim bleiben.

Sean Tucker und Joshua K. Jackson

Zusammengefasst gibt es das ganze Thema auch in einem wunderbaren Video von Sean Tucker gemeinsam mit Joshua K. Jackson. Eigentlich ein Muss für jeden, der sich für dieses Thema interessiert!

Ich selbst werde bald berichten, wie sich diese Hinweise auf meine Fotos und meine Aufmerksamkeit ausgewirkt haben.

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