Erst vor einer Woche habe ich hier über die L-Mount-Allianz geschrieben und wie diese Zusammenarbeit den Herstellern die Möglichkeit gibt, auf Basis eines gemeinsamen Bajonetts neue Bereiche für APS-C und Vollformat zu erschließen. Lediglich Olympus scheint weiterhin einzig und allein auf Micro-Four-Thirds (MFT) zu setzen und muss sich daher andere Wege überlegen, die Nachteile des kleinen Sensors auszugleichen. Heute wurde nun die Olympus OM-D E-M1X als neues Flagschiff vorgestellt mit einigen nennenswerten Details und Lösungen.

Dies soll kein Test und kein Bericht über die neue Kamera sein, sondern lediglich die Besonderheiten der High-Res-Aufnahmen beleuchten. Qualifizierte Produkttests und Berichte über die Kamera werden ohnehin aus dem Boden sprießen in den kommenden Tagen.

High-Res-Aufnahmen durch Sensorverschiebung

Wie schon beschrieben, liegt das ungefähre Maximum der möglichen Auflösung bei Micro-Four-Thirds (MFT) bei ca. 20MP (20,4MP bei der Olympus OM-D E-M1X). Im Bereich Sportfotografie und anderen Bereichen reicht diese Auflösung völlig aus aber was ist mit dem Anwendungsfall, dass die Prints später in enormen Größen gedruckt werden müssen? Hier sind andere Systeme mit ca. 26MP (APS-C) und natürlich Vollformat (<30MP) im Vorteil.

Genau an dieser Stelle hat sich Olympus etwas schlaues einfallen lassen, was man bereits bei der Olympus OM-D E-M1 Mark II sehen konnte. Durch geschicktes Verschieben / Versetzen des Sensors während einer Bildreihe können mehrere Bilder zu einem Foto zusammengesetzt werden. Das Verfahren nennt Olympus „High-Res“. Die theoretische Auflösung steigert sich dabei auf ca. 50 bis theoretisch 80MP (über ein gesondertes RAW-Tool). Während der Aufnahme der Einzelbilder ist natürlich zu beachten, dass sich die Objekte nicht bewegen sollten, da ansonsten Unschärfe eintritt. Man kann hier also von einer „kumulierten Verschlusszeit“ sprechen, die der Aufnahme aller Teilbilder entspricht.

Bildstabilisierung bekommt neue Priorität

An dieser Stelle bekommen zwei Komponenten in der Kamera und eine Komponente im Objektiv besondere Bedeutung: Zum einen wird für die Kombination der Bilder und die schnelle Aufnahme ein sehr leistungsstarker Prozessor benötigt, um die Bildinformationen zu verarbeiten (an dieser Stelle QuadCore). Weiterhin spielen die Bildstabilisierung in Body und Objektiv gemeinsam eine zentrale Rolle, um die eventuell auftretenden Wackler bei der Aufnahme zu reduzieren. In Kombination mit aktuellen Objektiven gibt Olympus hier beeindruckende 7,5 Blendenstufen an. Da kann aktuell kein anderes System auf dem Markt mithalten.

Zusammenfassung

Ich selbst finde dieses Verfahren sehr spannend – auch wenn ich die Meinung vertrete, einen großen Sensor kann man durch Technologie nicht ersetzen. Warum sich Olympus nicht an anderen Systemen wie z.B. dem L-Mount beteiligt, kann ich strategisch nicht beurteilen. Durch den Preis von ca. 3000€ für das Gehäuse der Olympus OM-D E-M1X wird diese Funktion ohnehin einem sehr kleinen Kreis an Fotografen vorbehalten bleiben.

Weiterführende Informationen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.