Auch wenn ich von meiner Fuji X-T2 restlos begeistert bin, schiele ich immer wieder mit einem Auge auf den großen Bruder: Die im März 2018 erschienene Fuji X-H1. Die etwas größere Gestaltung des Gehäuses würde meinen großen Händen sehr entgegen kommen und der integrierte Bildstabilisator (IBIS) verspricht deutlich mehr Möglichkeiten bei langen Verschlusszeiten. Vor dem Hintergrund der Veröffentlichung von X-T3 und X-T30 ist es auch hier an der Zeit, einen Blick auf den möglichen Nachfolger Fuji X-H2 zu schauen und ein paar Gerüchte und Wünsche genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wer braucht eigentlich die Fuji X-H1 oder X-H2?

Irgendwie fristet die Fuji X-H1 als Topmodell der X-Serie ein etwas vergessenes Leben und wir von vielen Fotografen und Videografen aus meiner Sicht massiv missverstanden. Angesichts der Qualitäten einer X-T2 oder X-T3 wird oft diskutiert, welchen Mehrwert eine Kamera dieser Bauart haben kann. Für mich sind schon allein die Gehäuseform, die verwendeten Materialien und der professionelle Wetterschutz ganz elementare Mehrwerte. In Verbindung mit dem verbauten 5-Achsen Bildstabilisator (IBIS), der den Sensor gegen Verwackler durch Bewegung in Position hält, ergibt sich sogar ein absolutes Top-Paket.

Wer braucht also eine Kamera aus der Serie X-H1 oder später X-H2? Jeder, der mit den Top-Objektiven von Fuji wie z.B. dem XF 16-55 F2.8 oder XF 56 F1.2 auch bei schlechten Lichtverhältnissen Fotos mit längeren Belichtungszeiten aufnehmen möchte, ohne zu sehr mit ISO korrigieren zu müssen. Auch für Videografen kann der IBIS schon eine deutliche Verbesserung darstellen, falls aus der Hand gefilmt wird und die Verwendung eines Gimbal nicht möglich ist. Folgendes Video zeigt sehr gut, wie groß der Unterschied bei der Arbeit mit einem integrierten IBIS sein kann.

Neben dem IBIS spielt für mich auch die Balance und die Ergonomie eine große Rolle: Die Gehäuseform, das Gewicht und auch das vorhandene Schulterdisplay wie bei der Fuji GFX50S erlauben in der Praxis eine noch bessere Anpassung an die Bedingungen. Auch mit schweren Objektiven wird zudem die Balance zwischen Body und Objektiv eingehalten, auch wenn manchmal ein Batteriegriff empfehlenswert ist.

Ist die Fuji X-H1 veraltet oder wegen der X-T3 überflüssig?

Nein. Die Fuji X-H1 wurde erst im März 2018 vorgestellt und erfüllt auch heute noch alle wichtigen Anforderungen. Lediglich die zusätzliche Performance des X-Prozessor 4 sowie der X Trans CMOS 4 Sensor, die aktuell nur in X-T30 und X-T3 zu finden sind, suggerieren ein nötiges Update. Natürlich wäre es wünschenswert, wenn der Autofokus mehr Leistung bekommen würde und die Performance auch bei den Topmodellen verbessert wird aber ein tatsächliches No-Go für den Kauf der X-H1 stellt dies in jedem Fall nicht dar.

Die Verfügbarkeit der X-T3 mit aktueller Hardware hat aus oben genannten Gründen nichts an der Berechtigung einer X-H1 geändert. Auch weiterhin ist der IBIS sowie das professionelle Gehäuse ein ausreichendes Alleinstellungsmerkmal. Weiterhin lohnt sich auch ein Blick auf den Preis. Fuji hat den Preis der X-H1 deutlich an die Gegebenheiten auf dem Markt angepasst, so dass eine neue X-H1 bereits für ca. 1.300€ auf dem Markt zu bekommen ist und damit in einer Liga mit der X-T3 liegt. Dem Kunden bleibt also selbst überlassen, ob er sein Geld für ein topaktuelles Modell (X-T3) ausgeben oder für ein professionelles Modell aus der letzten Revision ausgeben möchte.

Konkurrenz: Olympus, Nikon, Sony und Canon

Nikon, Sony und Canon haben sich im letzten Jahr ganz klar für die Systemkameras mit Vollformat-Sensor entschieden. Eine gewisse Überlegenheit in Auflösung oder Rauschverhalten ist damit völlig klar erklärbar. Damit haben sich beide Hersteller für deutlich größere Gehäuse und Objektive entschieden und sind damit auf einem anderen Markt aktiv. Gleiches gilt ab jetzt auch für Panasonic, die mit der Lumix S1 den gleichen Weg einschlagen.

Bei Olympus stehen die Dinge etwas anders. Durch den MFT-Sensor ist auch das Topmodell der Olympus OM-D E-M1X recht kompakt geblieben und bietet ebenfalls einen integrierten Bildstabilisator. Lediglich in der Auflösung sind dem Konzept MFT-Sensor mit ca. 20 Megapixeln Grenzen gesetzt. Preislich liegt die E-M1X mit 2.999€ UVP deutlich über der X-H1 und vermutlich auch deutlich über einer zu erwartenden X-H2. Weitere Informationen zur OM-D E-M1X habe ich bereits vor kurzem hier im Blog gepostet.

Verbesserung der Performance des Autofokus

Der Autofokus bei Fuji gilt allgemein als eine der größten Einschränkungen bzw. Limitierungen des gesamten Produktportfolios. Mit der X-T3 und X-T30 hat Fuji definitiv einen großen Schritt nach vorn gemacht und konnte sich durch den verfügbaren Augen-Autofokus (schon seit der X-T2) sogar von Sony absetzen. Sobald Sony diese Funktion per Firmware-Update nachliefert, werden die Machtverhältnisse aber mit großer Sicherheit wieder hergestellt werden.

Wird die Fuji X-T4 einen IBIS bekommen?

Kurz: Nein. Fuji hat schon in einem Interview erklärt, dass das Gehäuseformat der X-T2 oder X-T3 aktuell keinen Verbau eines IBIS zulassen. Neben der strategischen Entscheidung der Produktabgrenzung kommt also auch die technische Einschränkung der Konstruktion als klares Indiz hinzu. Erst mit einer deutlichen Verkleinerung der gesamten Mechanik könnte dieses Thema neu betrachtet werden.

Zeitpunkt und Preis für eine Fuji X-H2

Ich gehe aktuell davon aus, dass Fuji die X-H2 zum Herbst ankündigen und dann im Frühjahr 2020 ausliefern wird. Aus sicheren Quellen weiss man schon, dass Fuji einen völlig neuen IBIS in der GFX100s entwickelt, so dass möglicherweise auch aus dieser Richtung weitere Verbesserungen den Weg in eine X-H2 finden könnten. Preislich wird sich die X-H2 wie ihr Vorgänger bei ca. 2.000€ einpendeln, was ich für absolut angemessen halte.

Zusammenfassung

Generell gehe ich wie beschrieben davon aus, dass eine Fuji X-H2 als Nachfolger der X-H1 zu Beginn des Jahres 2020 auf den Markt kommen wird. Alleinstellungsmerkmale wie der (vermutlich verbesserte) IBIS sowie die Verbesserungen im Bereich Leistung und Sensor werden die X-H2 damit an die Spitze der Produktpalette der Fuji X-Serie heben.

Aktuelle Informationen zur X-H2 finden sich jederzeit auf Fujirumors unter dem folgenden Link. sollten sich konkrete Themen ergeben oder verdichten, werde ich diesen Artikel natürlich gern ergänzen.

Was wünscht ihr euch von der X-H2 und welche Themen würden euch dazu noch interessieren? Ab damit in die Kommentare!

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