Es gab da so einen Schlüsselmoment im Frühjahr 2018: Wir hatten den Grill vorbereitet und der Junior hatte seine Jungs für den Abend eingeladen. Eigentlich wollten wir nur die üblichen Dinge auf den Grill werfen und dazu ein paar kleine Leckereien und Getränke genießen. Ein Nachmittag, sechs Personen und ein ganzer Sack voll Müll! Zeit sich mit dem Trend Zerowaste genauer auseinanderzusetzen.

Auf Müll komplett zu verzichten schien uns sofort etwas schwierig aber dennoch hat uns der Ehrgeiz und die Empörung gepackt, so weit es geht auf Müll zu verzichten und unser Bewusstsein für dieses Thema zu schärfen. Wie gut das klappt? Weiterlesen.

Vorab sei gesagt: Wir achten ohnehin schon stark darauf, WAS wir WO einkaufen. Die offensichtlichen Müllsünden haben wir daher schon vor langer Zeit aussortiert. Es gibt in unseren Haushalten keine Kaffeemaschine mit Kapseln, Getränke nur in Mehrwegflaschen und Fleisch wird nach Möglichkeit beim Fleischer eingekauft und nicht umverpackt aus den bekannte Plastiknäpfen. Trotzdem fällt noch jede Menge Müll an.

Gerade bei Milchprodukten haben wir schon in der ersten Woche festgestellt, dass Produkte wie Frischkäse, Sahne, Milch, Yoghurt, Ricotta oder auch Schafskäse und Mozzarella nur sehr eingeschränkt ohne Plastik zu bekommen sind. Selbst der Weg an die Käsetheke hilft da nicht in allen Fällen. Was uns zudem dabei aufgefallen ist, viele Artikel gibt es nur in sehr kleinen Verpackungseinheiten. Besonders ärgerlich ist das natürlich, wenn man einen Kuchen mit 500g Frischkäse backen will und dann drei einzelne Packungen zu 200g kaufen muss.

Am wenigsten Probleme machen auf den ersten Eindruck Getränke, hier gibt es fast alles in Mehrweg-Glasflaschen oder zumindest in festen Mehrweg-Kunststoffflaschen. Der Rückgriff auf Einwegflaschen oder Einweg-Pfandflaschen ist eigentlich nicht nötig. Mit ein wenig Suche findet man auch Sahne und Milch in Mehrweg-Glasflaschen. Das ist schon mal erfreulich.

Weniger erfreulich ist das ganze Thema Gemüse. Unverpackt gibt es hier eigentlich nur einen Teil der Produkte. Warum jeder Salatkopf heute in einer eigenen Folie verpackt sein muss, erschließt sich mir einfach nicht. Die Trennung von Bio und konventioneller Erzeugung darf hier an dieser Stelle keine Ausrede für den Einzelhandel sein. Was ich sofort unverpackt bekommen habe:

  • Kartoffeln
  • Zwiebeln und Lauchzwiebeln
  • Meerrettich
  • Tomaten, Paprika und Zucchini
  • Ingwer und Avocado

Schwierig wird es dann bei den Kräutern und Salaten. Vereinzelt findet man zwar einen losen Bund Petersilie, alle weiteren Kräuter sind aber zumindest in Folie eingeschweisst. Gleiches gilt für Kräutertöpfe und fast alle Salate. Biosalate werden in Kunststoffschalen mit zusätzlicher Folie verkauft oder zumindest in eine Folie eingewickelt. Das ist einfach total frustrierend.

Auch bei Nudelprodukten verzichtet im konventionellen Handel aktuell niemand vollständig auf Plastik. Selbst die Pappschachteln für Spaghetti haben ein Sichtfenster. Als ob man nicht wüsste, wie Spaghetti aussehen. Andere machen sich die Mühe gar nicht erst und verpacken gleich in Plastiktüten

Für Teil 2 werden wir uns jetzt vom konventionellen Lebensmittelhandel in die Biomärkte und Hofläden aufmachen. Mal sehen, was uns da erwartet. Weiterhin steht auf der Liste noch einer der vielen Unverpackt-Läden. Da möchte ich dann aber bitte auch verstehen, wie die Artikel vom Lieferanten in den Laden kommen.