Foto: Flickr (kongjak1)

Wer mir hier folgt weiß, dass ich ein großer Freund der Rangefinder-Kameras wie z.B. der Fujifilm X-Pro2 bin. Auch meine Fuji X100F und meine erste Fuji, eine X-E3 entsprachen diesem Ansatz. Schon lange schiele ich zur X-Pro2 und denke darüber nach, meine X-T2 aufzugeben und auch bei der Hauptkamera umzusteigen. Lediglich der über allem schwebende Nachfolger – vermutlich die Fuji X-Pro3 hält mich von dieser Entscheidung ab. Der geeignete Zeitpunkt für eine Analyse und ein paar Spekulationen.

Die X-Pro ist einzigartig: Rangefinder mit Wechselobjektiv

Rangefinder haben eine ganz eigene Berechtigung und einen ganz anderen Ansatz als klassische Spiegelreflex- und Systemkameras. Ich hatte mich schon damals mit der Canonet QL17 in diesen Ansatz verliebt und sehe auch unterwegs immer mehr Fotografen, die den Parallelsucher bevorzugen. Durch die Kombination aus elektronischem und optischem Sucher ergeben sich ganz neue Vorteile in der Ergebniskontrolle und in der kreativen Gestaltung.

Stärken und Schwächen der X-Pro2

Die X-Pro2 mit Schwächen zu versehen fällt ehrlich gesagt recht schwer. Einzig der fehlende Staub- und Wetterschutz sowie der fehlende Touchscreen und die starre Anordnung des Bildschirms auf der Rückseite könnte man hier anführen. Bei den Stärken sieht das alles schon ganz anders aus und es ergibt sich eine lange Liste: Sehr gute Ergonomie, Hybridsucher, leistungsstarker Autofokus sowie alle anderen Vorteile des Fuji X-Trans-Systems ergeben eine Kamera, die von Ihren Fans geliebt und von den Skeptikern respektiert wird. Im Vergleich zur ebenfalls sehr beliebten Fuji X100F kann sich die X-Pro2 vor allem durch das wechselbare Objektiv absetzen. Die Zielgruppe ist einfach eine andere.

Was dürfen wir von der X-Pro3 erwarten?

Der erste Teil der Erwartungen an die X-Pro3 ist einfach: Es wird der X-Trans CMOS 3 Sensor sowie der X-Pro Prozessor der dritten Generation aus der X-T3 Einzug halten und dementsprechend die Performance im Bereich Bildverarbeitung und Autofokus deutlich verbessern. Die Bildraten sollten sich ebenfalls enorm verbessern. Weiterhin gibt es einige spannende Themen, die die X-Pro3 noch besser machen könnten als den Vorgänger.

Fuji X-Pro3 – Made in Japan

Unstrittig ist bislang, dass die Herstellung der X-Pro3 weiterhin in Japan bleiben wird. Die Serien X100 und die X-Pro gelten für mich als Flagschiffe für Fuji und werden daher auch in den nächsten Generationen das Label „Made in Japan“ tragen.

Veränderungen an der Ergonomie der X-Pro3

Die X-Pro2 verfolgt noch einen sehr klassischen und einfachen Weg der Bedienelemente. Genau dies sollte Fuji so beibehalten. Zu viele kombinierte Elemente wie an der X-T2 und X-T3 machen einfach wenig Sinn und lenken nur von den tatsächlich benötigten Funktionen ab. Auch auf der Rückseite wurde bereits mit der X-Pro2 der Joystick eingeführt, der eine sehr schnelle Bedienung in den Menüs und Festlegung der AF-Punkte ermöglicht. Gerade bei der Ergonomie könnte Fuji viel kaputt machen, was heute an den Kameras geliebt wird.

Neigbarer Bildschirm und Touchscreen an der X-Pro3

Ein Großteil der Community wünscht sich einen beweglichen Bildschirm auf der Rückseite. Auch wenn keine 3-Achsen-Neigbarkeit benötigt wird, so wäre wenigstens ein Neigen des Bildschirms in der vertikalen Lage hilfreich, gerade wenn nah am Boden oder über dem Kopf arbeitet. Ob der Bildschirm in Zukunft auch Touch-Funktionen haben wird? Ich denke, das wird sich kaum verhindern lassen.

Filmsimulationen, Software und EVF der X-Pro3

Bislang war die Filmsimulation Eterna den Topmodellen wie X-H1 vorbehalten. Aus meiner Sicht wäre es ein sinnvoller Schritt, diese Simulation auch der X-Pro3 zugänglich zu machen. Weiterhin wäre es sehr hilfreich, wenn zum Beispiel die Benennung von Benutzereinstellungen wie auf X-T2 und X-T3 Einzug hält. Da viele Nutzer mit manuellen Objektiven Arbeiten, könnte auch eine dritte Ebene der Vergrößerung im Sucher Hilfestellung bieten, die dann gerade beim Focus-Peaking noch besseres Arbeiten ermöglicht.

Eine Verbesserung der Auflösung des EVF wäre ebenfalls wünschenswert. Die X-T3 hat schon heute eine 30% höhere Auflösung und zudem auch eine deutlich größere Abbildung. Hier wäre noch riesiges Potenzial. Auch hier mit deutlichen Verbesserungen für Nutzer von manuellen Objektiven.

Video-Funktionen und 4K

Die X-Pro-Serie war noch nie ein Videowerkzeug. Aufgrund der neuen Möglichkeiten der Software und des Prozessors wird jedoch mit aller Sicherheit 4K Einzug halten. Auch wenn man hier mit Sicherheit einen gewissen Abstand zur X-T3 und X-H1 einhalten wird, so sollten grundsätzliche Funktionen hinzukommen.

Dual-SD-Slot: Eine Grundsatzfrage

Ich selbst bin ein großer Fan von zwei SD-Slots – besonders bei X-T2 und X-Pro2. Gerade aus Gründen der sauberen Trennung von JPEG/RAW und Video macht es einfach die Arbeit leichter und zudem habe ich mit zwei SD-Karten in der Kamera noch immer eine Notlösung, falls der zugegeben seltene Fall einer defekten Karte auftritt. Ob die X-Pro3 noch immer einen zweiten Slot haben wird, wird viel darüber aussagen, wo Fujifilm die Kamera in Zukunft platzieren möchte. Wird die X-Pro3 zum Lifestyle-Gadget oder zu einer Profi-Kamera? Der Trend bei anderen herstellen geht eindeutig in die entgegengesetzte Richtung.

No-Go: Integrierter Bildstabilisierung (IBIS) in der X-Pro3

Was man sicher schon als undenkbar vorwegnehmen kann ist die Umsetzung eines IBIS bzw. einer Bildstabilisierung auf Sensorebene. Weder der Anwendungszweck der X-Pro3 noch die Platzverhältnisse im Gehäuse lassen andere Schlüsse zu. Dies würde auch den Preis nur unnötig in die Höhe treiben.

Wann kommt die Fuji X-Pro3?

Es ist davon auszugehen, dass die X-Pro3 von Fuji im Herbst vorgestellt wird. Ursprünglich war schon gemutmaßt worden, dass die X-Pro3 auf der Fujikina im Mai 2019 vorgestellt wird, dieses Datum ist jedoch schon lange verstrichen. Zum Weihnachtsgeschäft sollte die X-Pro3 auf jeden Fall in den USA, Japan und in der EU lieferbar sein – spätestens jdeoch im Januar 2020.

Diskussion und Kommentare

Welche Themen würdet ihr euch noch für die X-Pro3 wünschen? Sehr gerne greife ich eure Themen hier in den Kommentaren auf! Ich freue mich auf eine rege Diskussion.

Quellen und Verweise

One Comment

  1. Pingback: Fuji x-Pro3 - Perfekt. Aber nicht für Jeden. – HENDRIK KAHMANN

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