Fast vier Monate hatte ich aufgrund des Umzugs und anderen Projekten kaum Zeit, mich mit den eigentlichen Themen für meinen Blog zu beschäftigen. Nun ist es endlich an der Zeit, mal einen kleinen Überblick zu geben, was sich aus meiner Sicht und natürlich aus der Sicht der Experten im Fujifilm-Universum tut. Es war ja bislang schon ein Jahr voller Ankündigungen und neuer Produkte und am Horizont warten schon die möglichen Nachfolger der X-T3, X-H1 und der X100F.

Fujifilm x-Pro3 – Das kontroverse Flagschiff

Kaum ein Produkt aus der Fujifilm X-Serie wurde in der Vergangenheit so kontrovers diskutier, wie die Fujifilm x-Pro3. Der Nachfolger der außerordentlich erfolgreichen und beliebten Fujifilm x-Pro2 steht in den Startlöchern und wird im November bzw. Dezember 2019 auf den Markt kommen. Alle wesentlichen Markenbotschafter und „Experten“ haben sich mittlerweile zu dem Produkt und der wesentlichen Änderung, dem alternativen Ansatz der Display-Gestaltung geäußert. Im Wesentlichen liest sich das Fazit bei allen Testen positiv, auch wenn jeder natürlich seine eigene Meinung zur x-Pro 3 hat. Für mich persönlich hat sich nach den ersten Tests herausgestellt, dass ich definitiv eine x-Pro3 kaufen werde. Das Bedienkonzept überzeugt mich zu 100% und ich kann mich noch mehr auf die Gestaltung des Bildes konzentrieren. Das Klappdisplay erlaubt mir im Gegensatz zu meiner X100F zudem, dass ich Bilde in Bodennähe aufnehmen kann, ohne mich auf den Boden zu legen.

Jonas Rask hat alle Themen und Eindrücke zur x-Pro3 sehr gut zusammengefasst und trifft dabei im Wesentlichen all meine Gründe, warum ich eine x-Pro3 haben muss, obwohl mich x-Pro2 und x-Pro1 nicht überzeugen konnten.

Völlig überzeugt hat mich neben dem Design auch die neue Filmsimulation „Classic Negative“. Wer schon analog mit dem Fujifilm Superia gearbeitet hat, der kennt diese wahnsinnig guten Farbkontraste und die Dynamik im Bild. Die ersten Bilder, die ich in den verschiedenen Reviews gesehen haben, passen sehr gut zu meinem Stil und ich könnte vermutlich wieder mehr mit JPEG OOC arbeiten. Aktuell ziehe ich alle RAWs noch durch Lightroom und bringe meine eigenen Filter rein. Eine kleine Übersicht zu den Demoshots gibt es auf der eigens dafür erstellten Webseite. Keith Wee hat dazu auch einen eigenen Bericht geschrieben, den ich sehr gelungen finde.

Ob es am Ende die Standardvariante in Schwarz wird oder eine der beiden Varianten aus Dura Silver und Dura Black kann ich noch nicht sagen. Da ich bereits eine X-T2 Titanium hatte, spricht mich der Look der x-Pro 3 Dura Black natürlich sehr an. Einziges Problem: Die Varianten mit den Dura Materialien kommen erst ab dem 18.12.2019 in den Verkauf, da ist also noch ein klein wenig Geduld gefragt.

Fujifilm X100V – Was kommt nach der X100F?

Schon in der ersten Jahreshälfte hatte ich meine Gedanken zur X100V als Nachfolger der X100F hier im Blog aufgeschrieben und ein paar Wünsche und Mutmaßungen genannt. Bislang herrscht völlige Stille von Seiten Fujifilm, was wohl auch damit zusammenhängt, dass die X100F weiterhin äußert gute Zahlen liefert und von den Kunden in einigen Kreisen schon als Klassiker im Bereich der Streetfotografie verehrt wird. Zusammenfassend kristallieren sich einige Themen heraus, die immer wieder in den verschiedenen Medien genannt werden.

  • Sehr wahrscheinlich: X-Trans CMOS Sensor 4 und X-Prozessor 4 als Basis
  • Sehr wahrscheinlich: Deutlich besserer Autofokus bis -6EV
  • Sehr wahrscheinlich: Wegfall des D-Pad, Fokus auf Joystick
  • Sehr wahrscheinlich: USB-C statt microHDMI und microUSB
  • Sehr wahrscheinlich: Größerer und höher auflösender EVF (analog zu x-Pro3)
  • Sehr wahrscheinlich: Neue Filmsimulation Classic Negative
  • Wahrscheinlich: Aktualisierung der Optik auf ein Modell mit schnellerem AF-Motor
  • Spekulation: Weather-Sealing gegen Staub und Feuchtigkeit
  • Spekulation: Flip-Display vertikal
  • Spekulation: Verlegung des SD-Slots an die Seite statt im Akkufach
  • Spekulation: Zwei verschiedene Modelle mit den Brennweiten 23MM und 35MM
  • Unwahrscheinlich: Alternativer Display-Ansatz wie bei der x-Pro 3
  • Unwahrscheinlich: Zweite SD-Karten-Slot
  • Ausgeschlossen: IBIS (integrierter Bildstabilisator)

Quellen zu einigen der Informationen:

Fujifilm X-T4 und X-H2 – Wo geht die Reise hin?

Seitdem die X-H1 auf den Markt kam, gab es eine andauernde Diskussion um den eigentlichen Anwendungsfall der beiden Top-Serien X-T und X-H. Beide sprechen äußerlich ein ähnliches Publikum an, haben aber völlig unterschiedliche Konzepte. Die X-H1 ist mit IBIS und anderen Funktionen optimal für Video geeignet, wohingegen die X-T2 immer eine Kamera für den ambitionierten Fotografen war. Das eigentliche Problem kam erst mit der X-T3: Die X-T3 hatte plötzlich Videofunktionen (super Autofokus, 4K 60fps, 10Bit 4-2-2, ..) die die Kamera von der X-H1 abgrenzt haben. Jedoch weiterhin ohne IBIS. Wie geht es nun mit den beiden Serien weiter?

Falls die X-T4 einen integrierten Bildstabilisator (IBIS) bekommt, hat die möglicherweise folgende X-H2 keinen bislang bekannten Mehrwert. Im Folgenden eine reine Ansammlung meiner wilden Spekulationen:

  • Die X-T4 bekommt einen integrierten IBIS und wird damit etwas voluminöser.
  • Die X-T4 wird weiterhin alle Top-Videofunktionen abbilden (6K, ..).
  • Die X-H2 wird umpositioniert als reine Fotokamera und Sony-Alpha-Killer
  • Die X-H2 bekommt einen völlig anderen Sensor (High-Res oder Low-Light Samsung ISOCell?)
  • Die X-H2 bekommt einen ausgezeichneten Autofokus (~-8EV?)
  • Die X-H2 schließt damit die Lücke zwischen der X-T4 und der GFX-Serie
  • Beide Kameras erscheinen parallel in Q1/2021.

In den Kommentaren würde mich sehr interessieren, wie ihr zu dem Thema X-T4 und X-H2 steht. Seht ihr es ähnlich? Wird möglicherweise eine der Kameras komplett eingestellt?

Fujifilm X-E4 – (K)ein Nachfolger für die X-E3?

Ich bin mit der Fujifilm X-E3 in die Welt der Fuji X-Trans Systemkameras reingekommen. Die Kamera hat mich mit dem Bedienkonzept und der Haptik im Handel einfach abgeholt. Bislang hat es die X-E3 noch immer nicht aus der Nische herausgeschafft. Damals war die X-E3 mit dem Kit-Objektiv XF 18-55 F4.0 mit OIS zudem die günstigste Variante mit Wechselobjektiv. Mir persönlich hat die Kamera sehr gut gefallen, auch wenn sie im Vergleich zur X-T2 oder x-Pro2 ein bisschen einfach wirkt. Aufgrund der größeren Flexibilität bin ich dann nach etwa einem halben Jahr auf die X-T2 mit Batteriegriff umgestiegen.

Was passiert nun mit der bislang stiefmütterlich behandelten Kamera aus der Serie? Wird es überhaupt noch eine X-E4 geben? Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass durch den Erfolg der X-T30 kein Platz mehr in diesem Segment vorhanden ist und man diese Serie stillschweigend einschlafen lässt.

Für alle, die mit der Fuji X-E3 noch nicht so vertraut sind, möchte ich euch das Review von Johannes Morsbach ans Herz legen.

Fujifilm XF 16-80 F4 – Knaller oder Mittelmaß?

Als die Ankündigung des XF 16-80 F4.0 OIS als potenzieller Nachfolger zum XF 18-55 F4.0 OIS kam, war ich erstmal total begeistert. Dieser Brennweitenbereich wäre auf Reisen einfach unglaublich gut nutzbar und mit integriertem OIS auch eine mögliche Wunderwaffe beim Thema Video. Das Ganze ohne das massive Gewicht und die Größe des XF 16-55 F2.8. Bislang ist es mir noch nicht gelungen, mir ein genaues Bild zu machen. In meinem eigenen Test an einem Wochenende habe ich irgendwie keine Bindung zu dieser Optik aufbauen können. Das 18-55 F4.0 OIS ist dafür einfach zu stark und mit Gebrauchtpreisen um 300€ einfach unschlagbar in seinem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die bisher veröffentlichen Reviews zu dieser Optik sind ebenfalls sehr vielfältig und gehen von einem großen Wurf bis zu einer Mittelmäßigen Optik mit sehr hohem Preis (ca. 800€ UVP). Auch auf Amazon sind die Bewertungen mit nur 2,9/5 Sternen wirklich nicht gerade ausgezeichnet. Viele haben zudem Probleme mit der Erkennung von Stativsituationen in Verbindung mit dem OIS, da der OIS nur über die Kamera abgeschaltet werden kann. Gerade zu diesem Punkt soll es aber nun eine neue Firmware geben, die diesen Problemen den Gar ausmacht.

Habt ihr selbst schon Erfahrungen mit dem XF 16-80 F4.0 OIS gemacht? Ab mit euren Erfahrungen in die Kommentare.

Fujifilm XF33 F1 und XF50 F1 – Was denn nun?

Auf der Photokina 2019 hat Fujifilm bekanntgegeben, dass ursprünglich geplante XF 33 F1.0 und damit das lichtstärkste Objektiv der X-Serie und das allgemein lichtstärkste Objektiv mit Autofokus nicht auf den Markt zu bringen. Laut Fujifilm wäre es nötig gewesen, 15 Linsen in dem Objektiv zu verbauen, um die optische Korrektur sicherzustellen. Ein Glasmonster mit einem erheblichen Gewicht (~1,3KG) wäre entstanden und hätte möglicherweise die Erwartungen der Kunden in diesem hochpreisigen Segment verschreckt und enttäuscht.

Als Alternative hat man sich dazu entschieden, das Objektiv auf eine Brennweite von 50MM auszulegen und damit mehrere Zentimeter in Länge und Durchmesser einzusparen. Das Gewicht wird mit ca. 900 Gramm ebenfalls weit unter den ursprünglichen Hochrechnungen des XF 33 F1.0 liegen.

Lightroom auf iOS 13 – Ein richtiger Workflow!

Ganz zum Schluss in dieser Runde noch ein kurzer Status zum Thema Lightroom mit iOS 13 bzw. iPadOS 13 auf dem iPad Pro. Ich habe meinen Workflow schon vor einiger Zeit auf das iPad umgestellt und mit der neuen Software kann ich nun endlich direkt auf Speichermedien wie USB-Sticks oder SD-Karten zugreifen. Der Workflow funktioniert seit dem letzten Update von Lightroom für iOS zudem ohne Umweg über den Import in die Fotos-APP. Direkt aus Lightroom kann jetzt beim Import auf die Dateien auf dem Speichermedium zugegriffen werden. Wahnsinn! Was für eine Erleichterung!

Wie es funktioniert:

  1. Lightroom starten und gewünschtes Album auswählen
  2. SD-Karte mit Adapter mit dem iPad verbinden
  3. Wie üblich auf „Fotos hinzufügen“
  4. Auswahl „Aus Dateien“
  5. Navigation über „Durchsuchen“
  6. Auswahl des Mediums im linken Bereich (oft z.B. „NO NAME“, oder „SANDISK“)
  7. Navigation in den Ordner
  8. Aktivierung „Auswählen“ und Markieren der gewünschten Fotos
  9. Importieren mit „Öffnen“
  10. Fertig!

Ihr habt weitere Themen? Immer her damit!

Dies ist meine erste, kleine Zusammenfassung dessen, was mich in den letzten Wochen und Monaten im Fuji-Universum herumgetrieben hat. Es gibt sicher einige spannende Entwicklungen, die ich persönlich mit auch selbst ansehen werde. Besonders bei der Fujifilm x-Pro3 habe ich meine Entscheidung schon gefasst.

Was gibt es bei euch noch für Themen? Ich würde mich freuen, wenn ihr euer Feedback oder eure Ideen in den Kommentaren hinterlasst!