Gesellschaftssatire die zweite!
by Hendrik Kahmann on Dec.01, 2009, under Gesellschaft
Es ist nunmehr schon wieder fast drei Monate her, dass ich an dieser Stelle das letzte Mal ein paar Worte über unsere wunderbare Gesellschaft verloren habe. Ich muss zugeben, das exzessive Hören von Volker Pispers Hörbuch “.. bis neulich” hat mich angeregt, auch selbst mal wieder ein paar Erfahrungen aus dem Alltag preiszugeben.
Wochenlang diskutieren die Eltern und Politiker der Bundesrepublik darüber, ob es an deutschen Schulen kostenloses Obst geben soll. Welche Energien werden hier bei den Eltern freigesetzt? Wieso können diese besagten Eltern sich nicht mit dem selben Elan dafür einsetzen, dass ihr Kind im Straßenverkehr mit Licht unterwegs ist? Jeden Tag habe ich mindestens zwei Begegnungen mit Kindern, die unbeleuchtet und fast unsichtbar durch die Stadt radeln – als sei es das natürlichste der Welt. Mütter fahren ihre Kinder mit dem Rad zur Schule, zum Kindergarten, zur Omi – fast immer ohne Licht? Wenn man nun diese unsichtbaren Verkehrsteilnehmer auf dem Radweg übersieht, na dann ist aber Holland in not. Großes Trara und helle Aufregung! “Wieso haben sie uns nicht gesehen, sie Schuft? Sie fahren ja wie ein Raudi!” – “Weil sie unsichtbar sind.“..
Ein weiteres Beispiel betrifft ebenfalls viele Eltern und deren Nachwuchs. Die Kinder, die mir oft beim Einkaufen oder generell auf der Straße begegnen, sind sowas von K***-frech, dass einem fast die Einkaufstüte aus der Hand fällt. Da werden ältere Menschen mit Fäkalwörtern beworfen, die nur aus den einschlägigen TV-Formaten von RTL und ProSieben am Nachmittag kommen können. Wird die kindliche Früherziehung nun vollends durch die Formate “Bauer Sucht Frau”, “Zwei bei Kalwass” und “Supernanny” übernommen? Ich meine, ist natürlich entspannter als sich selbst mit dem Kind zu beschäftigen..
Ich werde an dieser Stelle sicher noch einen dritten Teil der Gesellschaftskritik veröffentlichen, wenn es an der Zeit dafür ist. Danke.


December 1st, 2009 on 18:39
Wahre Worte die zum Nachdenken anregen sollten! Nicht jene, die den Inhalt der “Gesellschaftssatire” verstanden haben, sondern jene, die sich den erzieherischen Aufwand ersparen und den Nachwuchs lieber mit “Wii-Sports” oder anderen Unterhaltungselektroniken beschäftigen, um mehr Zeit für sich selber zu haben. Soll das der Alltag werden? Die Nachkommen die irgendwann mal dafür sorgen sollen, das Deutschland nicht nur das Abbild einer kaum selbstständig lebensfähigen und verblödeten Gesellschaft darstellt, brauchen soziale Kontakte anstelle von dem inhaltlich werlosem TV-Programm. Komisch nur, das sich offenbar die wenigsten Eltern die Mühe machen und den Kindern und Jugendlichen gerade dabei unter die Arme zu greifen!